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Friedrich Wilhelm Erbstollen

Von Oliver Glasmacher

Der Friedrich Wilhelm Erbstollen war ein Stollen der Gewerkschaft Flachsteich, der 1801 das Erbstollenrecht verliehen bekam.


Stollenmundloch des Erbstollens

Der Stollen wurde an der damaligen Ratelbecke angesetzt und von dort nach Süden quer durch die Sandsteinbänke zu den Kohlenflözen der Zeche Flachsteich vorgetrieben.

Damit die Bergleute genug Luft zum Atmen hatten wurden 3 Lichtlöcher angelegt.


Lichtloch des Erbstollens



Nach dem der Stollen 1813 durchschlägig war, wurde er im Flöz Hauptflöz ,dass die Zeche Flachsteich abbaute, streichend nach Westen bis zur Markscheide vorgetrieben. Die Markscheide lag westlich der Elbsche am dortigen Waldrand. Hier wurde der Erbstollen verstuft.

1830 wurde die Grubenfelder Flachsteich sowie Rabe, Vollmond, Ratelbeck, Reform und Regina sowie der Erbstollen zur Zeche Ver. Friedrich Wilhelm konsolidiert.

An der Markscheide zur Zeche Strauß wurde der neue Schacht Post niedergebracht. Um die Flöze Rabe und Vollmond günstig aufzuschließen, wurde der Erbstollen von hier weiter nach Westen im Flöz Strauss (das gleichen Flöz wie Flachsteich) vorgetrieben, da die gewonnen Kohlen im Bereich des Vortriebes gefördert werden konnten.

Aus den alten Abbauten konnten nur noch die früher liegen gelassenen Feinkohlen gefördert werden, die sich schlecht verkaufen liessen. In den Feldern Rabe und Vollmond konnten leider keine lohnenden Kohlen gefunden werden. Daher wird solange es gut geht, die Kohle im fremden Flöz Strauss gewonnen. Als dies auffliegt, muss der Betrieb 1844 eingestellt werden.

Da kein eigenener Betrieb mehr möglich ist verhandelt die Gewerkschaft mit der westlich gelegenen Zeche Harmonie im Hammertal. Die Gewerkschaft Friedrich Wilhelm bietet an, den Erbstollen gegen Ersattung der Kosten weiteraufzufahren. Die Zeche Harmonie möchte jedoch nicht, dass ihr eigener Erbstollen unterfahren wird und die Gewerkschaft Friedrich Wilhelm scheut die Kosten. Eine Einigung kommt nicht zustande.

Die Anteile wurden ca. 1920 fast alle von der Zeche Glückauf Barmen gekauft und kamen so an die Zeche Alte Haase. Abbau im alten Grubenfeld der Zeche Friedrich Wilhelm wurden jedoch nicht wieder betrieben. Nach dem Krieg, in der Zeit der großen Kohlenknappheit wurde hier und da wieder ein kleiner Schürfbetrieb eröffnet.


Im vorderen Bereich des Erbstollens

Von dem ehemaligen Bergbau hat sich außer dem Mundloch des Erbstollens, der nach wenigen Metern verbrochen ist sowie der Halde des Lichtloches 2 wenig erhalten. Die Pingen der Schächte auf dem Flöz Flachteich wurden wahrscheinlich beim Bau einer Gasleitung (!) in den Fünfziger Jahren eingeebnet.


Gasleitung durch alten Abbau



Literatur:

Huske, Die Steinkohlenzechen des Ruhrreviers.
Grubenakten