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Besichtigung des Erzschachtes 4/5 in Marl

Für alle Beetpott Besucher hatte unser Siggi dieses Jahr ein besonderes Schmankerl organisiert:

Vor dem Beetpott fand eine Besichtigunh des Erzschachtes in Marl statt.

Ein Erzschacht in Marl? Richtig. Mitten im Kohlenbergbau gab es ein Erzvorkommen welches sich gangweise durchs Ruhrgebiet zog und an vielen Stellen untersucht wurde. In Marl war es abbauwürdig. Hier wurde von 1938 bis 1962 Blei, Zink und Silber gefördert.

Zu besichtigen gab es auf dem Außengelände einige Relikte des Bergbaues, ein nachgebauter Stollenausbau und das erhalten gebliebene Koepe-Strebengerüstes von 1930/31.

Wolf-Dieter Berg führte uns auch durch die Ausstellung im Fördermaschinenhaus. Im Untergeschoss reihen sich die Bilder, Schaukästen, Bergbau-Utensilien um den Stromerzeuger auf. Herr Berg erklärte uns auch eingehend die ausgestellten Uniformen und ihre Bedeutung.

Im Obergeschoss befindet sich die Koepe-Seilscheiben nebst dem Fördermaschinisten-Häuschen und eine Freifläche und Bar für Veranstaltungen. Die Wände sind geschmückt mit weiteren Bildern und Andenken.

Wer sich für eine Anmietung des Veranstaltungsraumes interessiert bitte Kontakt aufnehmen mit den Heimatfreunden.

In den Abbauten unter der Schachtanlage 4-5 der Zeche Auguste Victoria, wurde zwar Erz abgebaut, gefördert wurde im Schacht nur die Kohle, das Erz wurde untertägig zur Schachtanlage 1-2 gebracht und dort gefördert, so Berg.

Die Geschichte des Schachtes beginnt mit der Abteufung des Schachtes 4 zum Aufschluß der hier liegenden Steinkohlenflöze durch die Gewerkschaft der Zeche Auguste Victoria. Bei der Auffahrung des Verbindungsquerschlages zur Schachtanlage 1/2 erfährt man einen starken Wassereinbruch im Bereich des Blumenthal-Sprungs und entdeckt hier ein Blei/Zink Vorkommen, welches den Namen "William Köhler Gang" erhält. 1931 wurde die Förderung aufgenommmen.

Das Blei-Zink-Vorkommen wurde 1934 verliehen und von der Gewerkschaft Stein V (gehörte auch zur AV) in Abbau genommen. 1941 wurde die Berechtsame nochmal vergrößert.

Der Betrieb der Blei-Zink-Erzförderung war außer in der Koreakrise 1953 und den darauffolgenden Jahren, nicht auskömmlich und fuhr Verluste ein.

So auch 1962 als man diesen Betrieb einstellte. 1965 wurde auch das Baufeld auf Kohle im Bereich 4/5 eingestellt und die Raubarbeiten begannen. Anschließend wurde der Schacht 5 verfüllt. Schacht 4 diente noch der Bewetterung der Gesamtzeche.

Impressionen:







Adresse:

Am Wetterschacht 19 A
45770 Marl

Weitere Infos:

http://www.marl.de/marl-nach-themen/kunst-und-kultur/museum-am-erzschacht.html

http://www.heimatverein-marl.de/Einrichtungen/erzschacht-av-4-5.html

Bilder:

- Sigurd Lettau
- Michael Müller

Literatur:

- Joachim Huske: Die Steinkohlenzechen im Ruhrrevier. Daten und Fakten von den Anfängen bis 1997. 2. überarbeitete und erweiterte Auflage. Deutsches Bergbau-Museum, Bochum 1998
- J. Hesemann; Andreas Pilger: Die Blei-Zink-Erzvorkommen des Ruhrgebietes und seiner Umrandung 1951. Der Blei-Zink-Erzgang der Zeche Auguste Victoria in Marl-Hüls (Westfalen)